Dokuthek, Donaukiez, Kooperationsprojekte

Stadtteilmütter interviewen Stadtteilmütter

Chantal, Nazli, Randa und Georgeta, Stadtteilmütter des Diakoniewerks Simeon, besprechen in einer Kettenbefragungsaktion via WhatsApp ihre Arbeit und den Corona-Lockdown.

Nazli, Chantal und Randa (v.l.n.r.) Foto: Schillerwerkstatt

 

Wer sind Stadtteilmütter? 

Nazli: Stadtteilmütter sind Mütter aus dem Projekt “Stadtteilmütter in Neukölln” vom Diakoniewerk Simeon GmbH. In einem Kurs, in dem es um Themen, wie Erziehung, Bildung und Gesundheit der Kinder ging, wurden wir für unsere Aufgabe qualifiziert und unterstützen jetzt andere Mütter mit Migrationshintergrund im Stadtteil. 

Randa: Wir helfen Familien mit Migrationshintergrund, sodass sie sich in der Stadt besser integrieren können und auch ihre Kinder besser erziehen können. 

Warum sind Stadtteilmütter für den Kiez wichtig?

Nazli: Wir wollen unseren Kiez fördern und vorstellen. Wir informieren darüber, wo es was gibt, damit die Mütter davon profitieren können.  

Randa: In unserem Kiez leben so viele Familien mit Migrationshintergrund, die die Gesetze dieser Stadt nicht verstehen oder wie es in Deutschland läuft. Durch uns verstehen sie sie besser und können es auch an ihre Kinder weitergeben.

Wie ging es dir während des Corona-Lockdowns?

Nazli: Weil ich ganz frisch bei meiner Arbeit war, war es unangenehm. Ich bin angespannt gewesen und natürlich auch etwas genervt, weil ich mich irgendwie so eingeschränkt gefühlt habe, so komisch. 

Randa: Wir konnten keinen direkten Kontakt mit unseren Familien haben, aber wir haben viel telefoniert und Homeoffice gemacht, unsere Themen recherchiert, wir waren beschäftigt und wir haben es geschafft!

Georgeta: Es war schwer für mich, weil ich nicht ausgehen konnte. Ich konnte nicht zur Arbeit gehen. Auch die Geschäfte, Schulen und Kindergärten und Spielplätze waren geschlossen.

Wie habt ihr euch während des Lockdowns miteinander vernetzt?

Nazli: Ich habe im Homeoffice telefonische Beratung gemacht für die Familien im Kiez. 

Randa: Es war wichtig, in Kontakt mit den Müttern in der Schule zu bleiben und zwar durch Videokonferenzen oder telefonisch. Da ging es zum Beispiel darum, welche Probleme es mit den Kindern gibt, weil jetzt alle zu Hause sind und um Homeschooling. 

Georgeta: Während dieser Zeit kommunizierte auch ich mehr über das Internet, Facebook oder Whatsapp.

Was verbindet euch mit dem Donaukiez?

Nazli: Ich bin durch die Arbeit mit dem Donaukiez verbunden.  

Randa: Ich wohne im Donaukiez, das ist mein Kiez. Es passiert so Vieles hier, was ich an die Frauen und Familien weiterleiten kann.  

Georgeta: Ich lebe seit 15 Jahren in der Donaustraße. Ich verstehe mich gut mit meinen Nachbarn, ich habe viele Bekannte und arbeite sogar hier. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Was gefällt dir hier?

Nazli: Ich fühle mich wohl und es ist sehr vielfältig für mich. 

Randa: Mir gefallen die  Leute, das Einkaufen, das Leben. Es gibt so viele Schulen in der Nähe, Sportvereine, Mädchengruppen, Beratungsstellen und viele hilfreiche Angebote für die Familien. 

Georgeta: Der Donaukiez ist ein lebhaftes Viertel, die öffentlichen Verkehrsmittel sind in der Nähe, es gibt viele Geschäfte, in denen ich einkaufen kann. Die Restaurants haben auch niedrige Preise.

Was würdet ihr gerne ändern? 

Nazli: Aktivere Eltern wäre gar nicht so schlecht, besonders in Schulen und Kitas. Die Umgebung und Straßen könnten auch sauberer sein. 

Randa: Ich wünsche mir, dass die Eltern mehr mit uns arbeiten, in der Schule oder wenn es ein Fest gibt oder wenn wir im Frühling unsere Sauberkeitskampagnen organisieren. 

Georgeta: Es wäre schön, wenn es mehr Aktivitäten und Spielplätze für Kinder geben würde. Manchmal gibt es viel Müll auf der Straße und in einigen Bereichen reicht die Beleuchtung nicht aus.

Mehr Artikel und Interviews aus der Donauwelle vom 1. Juli 2020 findet ihr hier.