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Fake News an der Schule

Schüler:innen der Rixdorfer Schule haben sich in einer Projektwoche, die vom Medienkompetenzzentrum Neukölln angeboten wurde, mit Fake News beschäftigt. Die Medienpädagog:innen Nina und Martin erklären im Interview, wie sie es den Kindern vermittelt haben.

Erste Arbeitsblätter für die Projektwoche „Fake News“

Warum macht ihr ausgerechnet zu diesem Thema Workshops? Was ist euer persönliche Bezug?

Nina: Ich bekomme durch meine Arbeit als Medienpädagogin mit, wie Kinder und Jugendliche, verstärkt durch die Corona-Zeit, ganz viel Zeit online und in den sozialen Medien verbringen. Vor allem in Neukölln wissen wir, dass die Schüler:innen oft aus Elternhäusern kommen, die migrantisch geprägt und finanziell schwach sind. Hier ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass Kinder lernen, Medien kritisch zu hinterfragen und damit einen guten Umgang zu finden, weil das vom Elternhaus oft nicht begleitet werden kann. Diese Kompetenzen müssen vor allem in den Schulen vermittelt werden. Diese Herausforderung im Umgang mit Fake News sehen wir grundsätzlich aber als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, egal welcher Gesellschaftsschicht man angehört und welchen Bildungshintergrund man hat.

Das Thema Fake News ist wahnsinnig komplex. Auf welche Quellen habt ihr Euch in Eurer Recherche gestützt?

Nina: Wir sind in Deutschland gut in der politischen Bildungsarbeit aufgestellt. Da gibt es viele Institutionen, die tolle Vorarbeit leisten. Wir greifen z.B. auf Informationen von der Bundeszentrale für politische Bildung oder der Amadeu-Antonio-Stiftung zurück und ergänzen das während der Workshops mit einem medienpädagogischen Input. Wir arbeiten mit Tablets, verschiedenen Apps und es gibt auch viele Fake News-Finder, wo Kinder durch “Serious Games” (also Videospiele deren Zweck in erster Linie das Lernen ist, und erst an zweiter Stelle die Unterhaltung) selber an Beispielen lernen.

Wie haben die Kinder der fünften Klasse das Thema aufgenommen?

Martin: Normalerweise behandeln wir das Thema Fake News erst in der sechsten oder siebten Klasse. Dafür dass diese Schüler:innen hier ein bisschen jünger sind, haben sie total viel Ahnung. Sie waren anfangs von dem Thema und der Frage “Was ist Fake News?” sogar gelangweilt. Aber gerade, wenn es darum geht, Falschmeldungen zu erkennen und sie von realen Nachrichten zu unterscheiden, gibt es noch eine Menge zu tun. Da muss man den Kindern einen Leitfaden in die Hand geben, wie man Quellen und Bilder überprüfen und Texte und Fakten checken kann. 

Kinder der Rixdorfer Grundschule

Wie bereitet ihr das Thema kindgerecht auf? Welche Beispiele verwendet ihr? Was sind für euch vertrauenswürdige Webseiten und Quellen und warum? 

Vertrauenswürdige Webseiten müssen Kriterien entsprechen, die wir den Kindern in unseren Workshops vermitteln. Beim entsprechenden Artikel sollten folgende Informationen angegeben sein: der:die Autor:in (am besten mit einem Profil), einem Impressum, in dem möglichst Kontaktinformationen stehen (z.B. eine Email-Adresse, Telefonnummer oder auch Ansprechpartner), das Veröffentlichungsdatum und im Idealfall auch noch Quellenangaben (also wo bestimmte Informationen her sind). Wir verweisen zwar auf große Nachrichtenplattformen, die einen guten Ruf haben, wie z.B. die Süddeutsche oder Spiegel Online, aber auch da sollte man, wie ein Scanner, erstmal schauen, ob diese grundsätzlichen Kriterien erfüllt sind. Wichtig ist uns, dass die Schüler:innen aktiv mitarbeiten: Wir lassen sie beispielsweise selbst Fake News erstellen – immer unter Rückkopplung mit den vorhin genannten Kriterien, mit denen man die Seriosität von Nachrichten überprüfen kann. Die Kinder können dann gegenseitig raten, was Fake News sind und was nicht. Das kommt immer sehr gut an. Wir haben auch gute Erfahrungen mit Diskussionsrunden gemacht, bei denen Kinder und Jugendliche spannende Ideen einbringen. 

 

 

Schüler:innen benutzen zur Recherche oft Wikipedia. Könnt ihr als Expert:innen diese Plattform uneingeschränkt empfehlen oder seht ihr da Probleme?

Martin: Wikipedia war früher als Quelle verpönt. Ich habe es aber mal selber ausprobiert und Quatsch reingeschrieben. Es hat dann keine zwei Sekunden gedauert und es war weg. Deswegen würde ich schon sagen, dass Wikipedia grundsätzlich, als Quelle benutzt werden kann.

Warum ist es so wichtig über Fake News in Schulen aufzuklären?

Martin: Man muss weiter Aufklärungsarbeit an den Schulen machen, denn nur weil die Kinder Bescheid wissen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch im richtigen Moment Bescheid wissen. Wir hatten auch das Spiel gemacht, wo es darum ging, Fake News zu erfinden, um Follower zu gewinnen. Ein Kind aus der Klasse meinte, dass es doch cool sei, Fake News in die Welt zu setzen, um mehr Follower zu kriegen. Man muss in dem Moment aber vermitteln, dass aus einer kleinen Lüge schnell ein großes Ding werden kann!

 

Hier findet ihr hilfreiche Tipps und Webseiten:

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projektes “Medienpädagogik im Donaukiez” erstellt. Gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Soziale Stadt. 

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